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Warum der Preis fällt, bevor ihn jemand senkt
2.9.26, 09:00
Unternehmer und B2B Marktentwickler. Teilt Beobachtungen aus Unternehmergesprächen über Ursachen, Entscheidungen und tragfähiges Wachstum.
Das reale Bauvolumen in Deutschland wächst 2026 erstmals seit fünf Jahren wieder, um 1,7 %. In Österreich liegt es heuer bei plus 0,2 %, also bei Stillstand.
Der Markt ist kleiner geworden. Die Anbieter sind deshalb nicht verschwunden. Allein in Österreich waren zuletzt 43.120 Unternehmen im Bau tätig.
Wo es wächst, wächst es außerdem ungleich. Der deutsche Zuwachs wird wesentlich vom öffentlichen Bau getragen. Wer keinen Zugang zu diesen Auftraggebern und ihren Vergabewegen hat, spürt vom Aufschwung wenig und vom Wettbewerb alles.
Übersehen wird dabei die Ursache. Der Preis fällt nicht deshalb, weil jemand billiger anbietet. Er fällt, weil vergleichbar geworden ist, wer vorher unterscheidbar war.
In den Jahren bis 2022 war die Kapazität knapp. Wer liefern konnte, wurde beauftragt, und die Frage nach dem Unterschied hat sich nicht gestellt. Über Jahre haben viele Betriebe ihre Position nicht gebraucht.
Jetzt brauchen sie sie und haben keine.
Der Reflex ist der Preis. Nur ist dafür wenig Platz. Die durchschnittliche Umsatzrentabilität der österreichischen KMU im Bau liegt bei 5,7 %.
Wer bei unveränderten Kosten 2 % vom Preis nachlässt, gibt damit bereits rund ein Drittel seines Ergebnisses ab. Und er hat damit die neue Ausgangsbasis gesetzt, die der Nächste unterbietet.
Die Alternative ist unbequemer und dauert länger. Sie beginnt mit einer Frage, die in den guten Jahren niemand stellen musste.
Wofür wird dieser Betrieb zuerst angefragt, und wer im Zielunternehmen weiß das.
Wer darauf keine Antwort hat, wird zum Vergleichsangebot. Nicht weil er schlechter wäre, sondern weil über ihn nichts anderes bekannt ist.
Wer diese Frage konkret angehen möchte, kann mir schreiben.
Alfred Nikolaus Kraemer, Kraemer Consulting, nikolaus@kraemer-b2b.com
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